Info´s zum Corvair
06.10.09
Rhein Neckar Zeitung: Bericht 50 Jahre Chevrolet Corvair
*Sinsheim.* Er läuft und läuft und läuft: Auch wenn der VW Käfer seit 2003 nicht mehr vom Band läuft, ist er mit fast 22 Millionen Exemplaren nach wie vor eines der meistgebauten Automobile der Welt. In den USA erreichte der dort „Bug“(engl. Käfer) genannte Wagen Kultstatus, weshalb die dortigen Automobilhersteller dessen Heckmotorkonzept zu kopieren und sich ein Stück vom Kuchen abzuschneiden versuchten. Heraus kamen Fahrzeuge wie der Chevrolet Corvair, dessen Liebhaber sich am vergangenen Wochenende im Auto & Technik-Museum Sinzheim getroffen haben.
Und zwar aus gegebenem Anlass: Exakt am 2. Oktober 1959 wurde der Corvair in den USA vorgestellt, aber auch im belgischen Antwerpen oder dem schweizerischen Biel entstanden später Montagewerke, so dass der Corvair speziell in den Benelux-Staaten sowie unter den Eidgenossen bis heute viele Freunde hat. Und so hatte Roland Mehl,der Organisator des hiesigen Corvair-Treffens, kaum Mühe, zum 50jährigen Produktionsjubiläum exakt 18 Fahrzeuge verschiedenster Modellreihen ins Auto & Technik-Museum zu locken.
Bei deren Anblick hatte mancher Autofan ein Déjà-vu-Erlebnis, erinnerte die Formgebung der ersten Corvair-Baureihedoch stark an den NSU Prinz bzw. die 02er-Baureihe von BMW. Wer dabei von wem abgekupfert hat ist klar: „Die deutschen Autos kamen erst Jahre späterauf den Markt“, stellte der Organisator klar. Aber auch technisch war die Corvair-Baureihe mitunter äußerst richtungsweisend.
In seinen Kompaktwagen – als solche galten die nach europäischerSicht eher der automobilen Mittelklasse zuzuordnenden Fahrzeuge in den USA – bot Chevrolet als erster Hersteller serienmäßig einen Turbolader zur Leistungssteigerung an. BMW (1973) und Porsche (1974) zogen erst viel später nach. Aber auch dem VW-Bus konnten dessen Corvair-Pendants Greenbrier Sportswagon bzw. Rampside das eine oder andere Schnippchen schlagen: beidseitige Schiebetüren oder eine Laderampe bot der Bulli erst viel später.
Doch trotz alle dem fristete der Chevrolet Corvair während seiner zehnjährigen Bauzeit (1959-1969) hierzulande ein Schattendasein – obwohl man alle Modellvarianten problemlos bei jedem Opel-Händler ordern konnte! Umso interessierter schaute jetzt das Publikum auf die fremdartigen, aber irgendwie (wohl wegen des Heckmotors) doch seltsam vertrauten Vehikel, welche vom schweizerischen bzw. niederländischen Corvair-Club auf dem Parkplatz des Auto & Technik-Museums ausgestellt wurden. Dort fand sich fast die komplette Modellpalette: von klassischen viertürigen Limousinen über sportliche Coupés bis hin zu praktischen Kombis. Lediglich die ungleich selteneren Busse und Pickups fehlten, weil ein Exemplar auf dem Weg zum Treffen auf der Autobahn liegen blieb und das obwohl der Chevrolet Corvair einst für seine Zuverlässigkeit gelobt wurde – eben ganz so wie sein Heckmotor-Vorbild VW Käfer.

